Nachdem wir euch im letzten Artikel das Material Silber nähergebracht haben, wollen wir heute ein in der Schmuckindustrie noch oft unterschätztes Metall vorstellen: Edelstahl.

In der Metallurgie ist Edelstahl, auch Inox-Stahl oder Inox aus französischer Inoxydierbarer (nicht oxidierbar), eine Stahllegierung mit einem Mindestgehalt an Chrom von 10,5%.

Rostfreier Stahl zeichnet sich durch seine Korrosionsbeständigkeit aus, die mit zunehmendem Chromgehalt zunimmt. Daher gibt es zahlreiche Sorten von rostfreiem Stahl mit variierenden Chrom- und Molybdängehalten, um der Umgebung zu entsprechen, die die Legierung aushalten muss.

Frühe Geschichte des Edelstahls

Die Korrosionsbeständigkeit von Eisen-Chrom-Legierungen wurde erstmals 1821 von dem französischen Metallurgen Pierre Berthier anerkannt, der ihre Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe durch einige Säuren erkannte und deren Verwendung in Bestecken vorschlug. Metallurgen des 19. Jahrhunderts waren nicht in der Lage, die Kombination von niedrigem Kohlenstoff und hohem Chrom zu erzeugen, die in den meisten modernen rostfreien Stählen gefunden wurde, und die Legierungen mit hohem Chromgehalt, die sie erzeugen konnten, waren zu spröde, um praktisch zu sein.

Im 17. Jahrhundert wurde die Legierung, die wir heute als Edelstahl bezeichnen von dem Engländer Clark und Woods patentiert.

In den späten 1890er Jahren entwickelte Hans Goldschmidt aus Deutschland ein aluminothermisches (Thermit-) Verfahren zur Herstellung von kohlenstofffreiem Chrom. Danach bereiteten mehrere Forscher, vor allem Leon Guillet aus Frankreich, Legierungen vor, die heute als rostfreier Stahl bezeichnet werden.

Friedrich Krupp Germaniawerft baute 1906 die 366-Tonnen-Segelyacht Germania mit einem Chrom-Nickel-Stahl-Rumpf in Deutschland. Im Jahr 1911 berichtete Philip Monnartz über die Beziehung zwischen Chromgehalt und Korrosionsbeständigkeit. Später wurde der austenitischen Edelstahl als Nirosta von zwei Krupp-Ingenieuren patentiert.

Ähnliche Entwicklungen fanden zeitgleich in den Vereinigten Staaten statt, wo der ferritischen Edelstahl industrialisiert wurde.

Um 1912 wurde eine Edelstahllegierung entdeckt, die später als „Staybrite“ bekannt wurde und unter anderem für das Eingangstuch des Savoy Hotels in London verwendet wurde. Die Staybrite Legierung wurde später unter verschiedenen Namen vertrieben und vor allem vor der Weltwirtschaftskrise in den 20er Jahren wurden enorme Maßen an Edelstahl in den USA hergestellt und verkauft.

Edelstahl – Eigenschaften

Edelstahl, der auch als rostfreier Stahl bezeichnet wird, hat viele verschiedene Anwendungsgebiete. Unter anderem wird er in der Architektur, bei Haushaltswaren, in der Medizin aber auch zur Schmuckherstellung verwendet.

Edelstahl ist besonders widerstandsfähig, da er mindestens 12% Chromanteile hat, die durch verschiedene Eigenschaften in Verbindung mit dem Stahl dafür sorgen, dass der Edelstahl vor weiteren Einflüssen geschützt ist und rostfrei bleibt.

Durch den Zusatz von anderen Legierungselemten können sich die positiven Eigenschaften von Edelstahl zusätzlich verbessern. Zum Beispiel kann durch den Zusatz von Nickel die Spanbarkeit verbessert und durch Titan, Niob oder Tantal die Widerstandsfähigkeit bei höheren Temperaturen erhöht werden.

Andere Legierungselemente, wie Mangan oder Kupfer reduzieren beim Edelstahl den durch Säure erzeugten Lochfraß.

Edelstahl – Vorteile

Edelstahl ist besonders korrosinsbeständig und hat im Vergleich zu anderen Metallen eine viel höhere Schleißfestigkeit und ist auch unter höheren Temperaturen sehr widerstandsfähig.

Da Edelstahl besonders leitfähig ist, wird er in verschiedensten Elektronik- und Hightech Geräten verwendet. Außerdem ist Edelstahl keimtötend und kommt daher sehr oft für medizinische Geräte zum Einsatz.

Ein weiterer sehr großer Vorteil ist die Langlebigkeit von Edelstahl und daher ist dieses Material nicht nur Belastungsfähig, sondern vom wirtschaftlichen Aspekt vielen anderen Rohstoffen vorzuziehen.

Edelstahlschmuck

Edelstahlschmuck sieht nicht nur gut aus, sondern hat durch seine robusten Eigenschaften noch sehr viel mehr zu bieten.

Vorteile – Edelstahlschmuck

Schmuck aus Edelstahl hat zum einen den großen Vorteil, dass er sowohl rost- als auch nickelfrei ist und daher auch für Allergiker gut geeignet ist. Man sollte jedoch beachten, dass nicht jeder Edelstahlschmuck antiallergen ist. Hier gilt es zu Differenzieren. Nur der Chirugiestahl oder 316L Stahl ist zu 100% antiallergen. Da der Großteil aller Edelstahlschmuckstücke aus eben diesem Stahl produziert wird, kann man in den meisten Fällen davon ausgehen, dass er antiallergen ist.

Im Vergleich zu Gold oder Titanschmuck läuft Edelstahlschmuck nicht an und ist dementsprechend auch leichter in der Pflege. Einen weiteren Pluspunkt kann man beim Preis verzeichnen. Edelstahl ist sowohl für Verkäufer als auch Käufer günstiger und kann bis zu 50% günstiger als Gold- oder Titanschmuck sein.

Wenn man Edelstahl poliert, erhält das Metall einen silbrigen Glanz und wirkt mattiert, wie Platin.

Somit ist Edelstahlschmuck nicht nur günstiger und pflegeleichter, sondern macht auf optisch garantiert was her.